Weinprobe mit dem Weingut Hugo Brennfleck aus Sulzfeld am 23.04.2026

Das 1591 gegründete Weingut ist eines der ältesten Familienweingüter Frankens und seit über 14 Generationen im Besitz der Familie Brennfleck. Es hat seinen Sitz in Sulzfeld am Main auf einem historischen Gutshof aus dem 15. Jahrhundert und bewirtschaftet heute ca. 31 Hektar. Damit gehört es zu den größeren Familienweingütern Frankens mit Besitz in den Toplagen rund um Sulzfeld, Iphofen und der Mainschleife.
Der Schwerpunkt der Rebsorten liegt auf dem Silvaner, ergänzt durch Burgunder und andere Rebsorten:
–  Silvaner: 60 %
–  Weiße Burgundersorten: 20 %
–  Sonstige (Riesling, Sauvignon Blanc, Spätburgunder u. a.) 20 % der Fläche.
Pro Jahr werden ca. 250.000 Flaschen produziert.

Entsprechend der Fixierung auf den Silvaner begann unsere Probe auch mit acht Silvanern:

1.       2019  Iphöfer Kronsberg,  Silvaner    
Er präsentiert sich in einem klaren, hellen Strohgelb. In der Nase grüner Apfel, Birne, Mirabelle, Quitte und leichte Zitrusnoten. Am Gaumen reife, gelbe Früchte und leicht erdige, mineralische Noten.

2.       2024  Brennfleck,  Silvaner „Anna Lena“
Die Farbe ist ein helles Goldgelb mit grünen Reflexen. In der Nase zunächst primärfruchtige Aromen: grüner Apfel, Birne, Mirabelle, etwas gelbe Steinfrucht und zarte Zitrusnoten. Am Gaumen zeigt er eine feine, lebendige Säure, die durch eine leichte Restsüße ausgeglichen wird. Dadurch wirkt der Wein sehr harmonisch und saftig.
Anna Lena ist einer der bekanntesten Markenweine des Weinguts und ist auf Zugänglichkeit und charmante Frucht ausgerichtet. Einige Kunden haben den Namen in letzter Zeit nicht auf die Tochter bezogen, sondern auf die ehemalige Außenministerin, weshalb sie den Wein nicht kaufen wollten.

3.       2024  Sulzfelder Sonnenberg,  Blauer Silvaner, „Gelbkalk“  
Strahlendes, kräftiges Strohgelb. In der Nase reifes gelbes Kern- und Steinobst, Birne, Quitte, Mirabelle, gelber Apfel und leichte Kräuter-Würze. Im Mund wirkt der Wein kompakt und cremig, zeigt aber durch die Beerenhaut zugleich eine spürbare, elegante Gerbstoff-Herbe. Dazu kommt eine gut eingebudene Säure. 

4.       2024  Iphöfer Kalb,  Silvaner   
Helles Goldgelb mit grünen Reflexen. In der Nase grüner Apfel, saftige Birne, reife Quitte, Mirabelle, Wiesenkräuter und zarte Rauchnoten. Am Gaumen Kern- und gelbes Steinobst, kombiniert mit einer feinen Kräuterwürze und leichten Nuss-Tönen, dazu eine dichte Struktur und eine weiche, aber spürbar buttrige Säure.

5.       2024  Sulzfelder Maustal, Silvaner, „Muschelkalk S“         
Helles Goldgelb mit grünen Reflexen. In der Nase frisches Kern- und Steinobst (reife Äpfel, Birnen, Mirabellen), etwas Quitte, zarte Zitrusnoten und eine leichte Kräuterwürze. Am Gaumen zeigt er sich enorm stoffig und füllig mit lebendiger, gut eingebundener Säure und salziger Muschelkalk-Mineralität. Im Gegensatz zu den bisher verkosteten Weinen zeigt er deutlich mehr Konzentration, Struktur und Länge.

6.       2024  Iphöfer Kalb Kammer, Silvaner, „Keuper S“
Der Wein präsentiert sich in einem kräftigen Goldgelb mit grünen Reflexen. In der Nase wieder Kern- und Steinobst, reifer Apfel, Birne, Mirabelle, Grapefruit, Honigmelone, Quitte und reife Stachelbeere. Am Gaumen zeigt er sich kraftvoll, mit einer dichten Struktur, gut eingebundener Säure und einer deutlichen, salzigen Mineralität vom Keuper.Er ist das Gegenstück zu den Weinen vom Sulzfelder Muschelkalk.

7.       2024  Sulzfelder Maustal, Silvaner, „Edition JHB“
Glänzenden Goldgelb.  In der Nase grüner Apfel, Birne, Mirabelle, Zitrusfrüchte, Orangenschalen, reife Quitte, Stachelbeere und Spuren von exotischen Früchten. Am Gaumen entfaltet sich ein spannungsgeladener Kontrast zwischen dichter Struktur und feiner, eleganter Frucht. Dazu gesellen sich eine frische, gut balancierte Säure und die feine, salzige Mineralität des Muschelkalks.
Die „Edition JHB“ (benannt nach den Initialen des Inhabers Johann Hugo Brennfleck) stammt aus den ältesten Rebanlagen des Sulzfelder Maustals und stellt die qualitative Spitze des Sortiments dar. Sie besitzt die Tiefe eines Großen Gewächses und die Konzentration eines Spätlese-Typs, ist dabei jedoch filigraner als die „Muschelkalk S“-Linie.

8.       2024  Sulzfelder Maustal, Mönchshöflein, Silvaner, Großes Gewächs 
Die Farbe ist ein glänzendes, helles Goldgelb. In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Spektrum aus reifem Apfel, Birne, Quitte, Mirabelle, reifer Stachelbeere und einer leichten Exotik. Hinzu kommen eine leichte Kräuter-Note und eine leichte Nussigkeit. Am Gaumen zeigt sich eine kräftige, aber nicht fette Frucht mit würzigen Noten von Kern- und Steinobst, die mit Kräuterwürze und einer leichten Nussigkeit kombiniert ist und durch die salzige Mineralik abgerundet wird.
Das Große Gewächs stammt aus der historischen Kernparzelle „Mönchshöflein“, der kühlsten, kalkigsten und elegantesten Partie des Sulzfelder Maustals, und bildet das Flaggschiff des Hauses. Im Vergleich zur Opulenz der „Edition JHB“ oder zur Kraft des „Muschelkalk S“ punktet das Große Gewächs mit puristischer Frucht, großer Finesse und mineralischer Präzision.
Dieser Wein erhielt die höchste Wertung der Probe vor der „Edition JHB“, die den zweiten Platz als zweibester trockener Silvaner erreichte.

Das Weingut hat aber nicht nur Silvaner im Programm. Daher wurde unsere Probe mit zwei Sauvignon Blanc und einem Gelben Muskateller fortgesetzt.

9.       2024  Sulzfelder Sauvignon blanc     
Helles, grünstichiges Gelb. In der Nase Stachelbeere, Apfel, Birne, Mirabelle, eine Spur Holunder und grüner Paprika sowie Aromen von frisch gemähtem Gras. Am Gaumen präsentiert er sich mit klarer, gradliniger, etwas grüner Frucht, frischer Säure und einem Hauch von Süße.  Ausgebaut wurde der Sauvignon im Edelstahl.

10.     2024  Sulzfelder Berg, Sauvignon blanc, Fume     
Er zeigt sich in einem strahlenden Strohgelb. In der Nase grüne Noten, Apfel und Holunder, aber auch feine, reife Töne von Birne, Cassis, Mirabelle und Honigmelone. Dazu kommen feine Rauch- und Feuersteinnoten sowie zarte Holzaromen. Am Gaumen zeigt er eine feste, cremige Struktur, gelbe und grüne Früchte, Kräuterwürze und zarte Holz- und Rauchnoten.
Der Sauvignon Blanc Fumé von der Lage Sulzfelder Berg wurde im Holzfass (Tonneau) vergoren und auf der Vollhefe ausgebaut. Stilistisch präsentiert er sich deutlich strukturierter als der klassische Ortswein.

11.     2024  Sulzfelder Gelber Muskateller
Klares, helles und brillantes Zitronengelb. In der Nase Kern- und Steinobst, grüner Apfel, Birne, Mirabelle, Limette, Mandarine, Litschi und Stachelbeere sowie sehr dezente Muskatnoten. Am Gaumen spiegeln sich Kern- und Steinobst, feine Zitrusnoten und sehr dezente Muskatnoten wider. Es ist ein Wein mit sehr verhaltener Frucht und straffer, fester Struktur, der aber keine Aromabombe ist.

12.     2023  Sulzfelder Maustal, Silvaner Auslese
Die Farbe ist ein kräftiges Goldgelb. In der Nase Kern- und Steinobst, reife Birne, gelbe Pflaume, Mirabelle, Quitte, getrocknete Aprikose, Grapefruit, reifes Honigmelonen-Kompott und leichte Botrytis-Noten. Am Gaumen zeigt sich eine intensive, reife, etwas breitere, füllige Frucht, dazu eine opulente Extraktsüße mit feiner Fruchtsäure und sauberer Botrytis.
In der Wertung kam die Auslese dem am besten bewerteten Wein, dem Großen Gewächs, sehr nahe.

Damit waren wir am Ende unserer Probe angelangt und möchten uns bei Herrn Hugo Brennfelck für die hervorragende Probe bedanken. Es hat sich gezeigt, dass sich das Weingut seit unserer letzten Verkostung nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat, sondern die Qualität seiner Weine noch einmal gesteigert hat.

Verfasser: Dieter


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